Montag, 27. Dezember 2010

Fazit: 6 Wochen Campervan

Last known adress: DYP-29, Jucy Campervan, on the road, New Zealand

Also, wir waren  nun fast 6 Wochen mit dem Camper unterwegs und ich möchte euch ein bisschen  erzählen wie das so ist...von 38qm in 4qm einzuziehen und sich das dann auch noch zu teilen.

Also allererste Lektion


 Wir hatten uns nach ca. 3 Tagen eingespielt...es gibt wenig Platz und alles muss irgendwie geordnet sein damit man sich nicht allzu arg auf die Nerven geht...es gab zwar keine Streitereien, aber ich wette jede von uns rieb sich in Gedanken manchmal die Ohrläppchen und schrie laut Wussssaaaaaaa!!
..funktioniert aber nicht immer weil irgendwie jeden Tag etwas verschwindet ist und man es so lange sucht bis man aufgeben muss weil man sonst einen Wutanfall bekommt..und das blöde Ding liegt dann ganz unschuldig ca. 30 min. später so offensichtlich nicht zu übersehen da dass man schon denkt man ist völlig bekloppt. Also, einfach nicht aufregen und ca. 30-60 min. warten..es wird schon wieder auftauchen.
Mit fahren haben  wir uns immer schön abgewechselt, wobei ich meistens die Städte übernommen habe, da ich doch mehr Fahrpraxis habe und Carola gerne die ganz kurvenreichen Straßen fuhr damit ihr nicht schlecht wird...leider wurde mir dann manchmal schlecht.
Abends haben wir uns dann ein Plätzchen zum Schlafen gesucht...entweder  irgendwo im Nichts auf einem Berg, manchmal in Vororten  in der Stadt  und wenn  einer in der Nähe war, dann auf einem DOC Campingplatz, das ist eine Organisation die sich um die ganzen Nationalparks kümmert und auch ziemlich viele Zeltplätze hat, und zwar in 3 Kategorien, basic ( kostenlos aber nur mit Toilette und vielleicht..wenn man Glück hat einem Wasserhahn), dann gibt es die standard campings mit Toilette, Wasserhahn und Küchenhäuschen zum Spülen (  das Wasser ist aber immer noch kalt), wenn man gaaaanz viel Glück hat gibt es aber eine Dusche in der man für 1$ warm duschen kann, das hatten wir am Mt. Cook...aber ausgerechnet an dem Tag als wir duschen wollten ging das warme Wasser nicht...tja, da heißt es entweder ein bisschen müffeln oder einfach durch...brrrrrr das war kalt kann ich euch sagen...Gehirnvereisung lässt grüßen!
Auch mal gerne neben dem Luxux Hotel



Alle 5-6 Tage haben wir auf  Campingplätzen eingecheckt, die alles zu bieten hatten, Strom ( um alle Geräte aufzuladen, auch den Kühlschrank), Duschen( warm), Toiletten und Küche mit Kochstation ( so mussten wir kein eigenes Gas aufbrauchen).Ach das ist dann Luxus sag ich euch: Dusche, Küche und Internet!!!
So, und den Rest der Tage warn öffentliche Toiletten unser Bad ( der Trick sind die Behindertentoiletten..die haben nämlich auch ein Waschbecken), die Seen unsere Badewanne, mal kann man auch in Hostels fragen ob man für ne kleine Mark schnell duschen kann....es kann aber auch sein dass ein Waschbecken in einem Café unser Haarwaschsalon war...é voila ist man wieder fein :-)

Auch der Handtrockner geht als Fön
























Die moderne Küche...mit allem ausgestattet ;.)


Wir lieben unseren Camper so sehr, wir wollen gar nicht mehr anders reisen, es ist einfach so praktisch, man hat alles immer dabei ( sehr praktisch bei dem Wetterwechsel hier..zu warm,, oh ich ziehe mir mal ne Short an, zu kalt...also ich glaub ich hol mal kurz den Fleece), und kann fast überall hin fahren....es gibt zwar einige Straßen die wir nicht fahren durften wegen Versicherung und so...aber ich glaube wir haben ganz unwissentlich doch einige solcher Straßen genommen...uiihiiuu, die waren ganz schön schottrig und eng und kurvig und steil...aber wir sind immer überall heil angekommen.
Und man hat Wohnzimmer, Küche,Esszimmer und Schlafzimmer in einem...kann man sich alles hin-puzzeln wie man möchte. Und wir haben wie die Könige gegessen, es gab immer sehr leckere und gesunde Mahlzeiten. Unsere Favoriten waren Gemüse-Curry mit Couscous, Pasta mit Feta und Spinat und Fischstäbchen mit Spiegelei und Spinat ;-))

Wohnzimmer

Küche


Schlafzimmer

so siehts dann nach einer kurvigen Fahrt aus

Esszimmer


Es gab natürlich ein paar Pannen...wie am Anfang das mit der Batterie....oder mit dem Benzin auf der Strecke von Napier nach Taopo..Oh das hab ich noch gar nicht erzählt...also wir fahren los, noch im Dös-modus nach dem Frühstück und vergessen zu tanken. Nun ja, mann denkt auch dass auf 182 km Strecke irgendwo eine Tankstelle kommt...aber nichts da. Wir sind schon auf Reserve gefahren als wir ein Cafe gesehen haben dass auch Emergency Petrol verkauft...wir also hin und gefragt wieviel km es noch nach Taopo sind und wieviel das Benzin kostet. Das war auch das ersten Mal das wir eine sehr unfreundliche Kiwi kennengelernt haben. Denn sie überlegte erst und sagte dann es sind noch 70 km bis nach Taopo ( später haben wir gesehen dass es nur 45 km waren, also eigentlich genau dass was mit Reserve zu fahren ist) und dann kam der Hammer..die Alte wollte 50$ für 10 liter. WUCHER!!!!!!!
Da wir nicht anders wussten haben wir das halt gekauft und sie kommt mit dem Kanister an und schüttet das Zeug in unseren Tank ( nicht mal den Kanister haben wir bekommen!!!)
Und jetzt kommt das beste...ich fahr los und nach ca. 5 minuten merke ich das sich das Auto gaaanz komisch anfühlt und anhört und da kam mir ein ganz schlimmer Gedanke „ war das jetzt eigentlich Diesel was die da reingeschüttet hat...oder etwa Benzin???“ 
Als die Karre aber gar keine Power mehr hatte und hinten schon rausrauchte waren meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt...ja..wir haben Benzin in unserem Dieseltank. TOLL!
Da standen wir nun an der Landstraße bei Regen und waren stinksauer. Ich meine klar dass wir vielleicht auch den Fehler gemacht haben nach Petrol zu fragen...aber auch nur weil ja draußen „ Emergency Petrol“ steht und es ja schließlich auch Petrol Station heißt wenn du zu ner Tankstelle willst. Und wir wissen ja auch welches Zeug wir benutzen müssen damit unsere Lucy auch schnurrt. Und da die gute Frau das ja auch reingeschüttet hat, ich meine da steht ja ganz fett „DIESEL!“ auf dem Tankdeckel den sie aufgemacht hat.
Nun ja, egal, wir haben uns also mal wieder an die Straße gestellt und tatsächlich, nach 5 min. hält eine ganz nette Dame an und fährt uns zum nächsten Cafe. Da hat sich dann die ganze Gesellschaft (die Cafe-besitzerin, und 2 Gäste ( beides Imker beim Lunch)) um uns gekümmert.Sind mit uns zurückgefahren, haben einen Deckel unter dem Fahrzeug geöffnet..und tataaaa, unsere 50$ sind wieder rausgelaufen. Die beiden hatten, wie es sich gehört auf dem Land, einen großen Kanister mit Diesel, und den haben sie uns dann auch geschenkt. Wir waren begeistert, wir durften die beiden gerade mal auf ein Getränk einladen, sonst haben sie nichts angenommen!
So sind wir dann doch heile in Taopo angekommen ;-)



das Gute Benzin....



Der 3. mögliche Panne sind wir zum Glück entgangen, die wäre gewesen den Schlüssel zu verlieren oder den Schlüssel im Auto einzuschließen...ja, das hätte passieren können, da man von innen alles abschließen kann ( haben wir auch immer gemacht) also muss man immer schön schauen dass der Schlüssel auch in der Hand ist wenn man die letzte Tür schließt.
Unsere allerliebste Lieblingsfrage ( ca. 5x am Tag gestellt) war auch: Where the hell is the Key???

Ansonsten muss man nur beachten: 



Heute ist es aber soweit, wir müssen unsere Lucy abgeben und sind schon ziemlich traurig.
Aber ein neues Abenteuer steht bevor: 

AUSTRALIA, WATCH OUT!

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